Gold in der Medizin
Wegen seiner Korrosionsbeständigkeit und ästhetischen Qualitäten wird es in der Zahnheilkunde als Füll- oder Ersatzmaterial für defekte oder fehlende Zähne eingesetzt.
Einige Goldsalze werden heilend zur Rheumatherapie eingesetzt. Die Goldsalze Natriumaurothiomalat und Auranofin werden als Basistherapie gegen rheumatoide Arthritis (chronische Polyarthritis) angewendet.
In neuerer Zeit jedoch verdrängen preisgünstigere Medikamente eine Behandlung mit Gold. Allerdings hat medizinisches Gold Nebenwirkungen. Es kann zu allergischen Reaktionen und bei unsachgemäßer Anwendung zu einer Schädigung von Leber, Blut und Nieren kommen. Etwa 50 % der Therapien mit Goldsalzen werden aufgrund der unerwünschten Wirkungen abgebrochen. Die volle Wirkung einer Goldtherapie setzt erst nach mehreren Monaten ein.
Goldverbindungen können aufgrund der Giftigkeit des Verbindungspartners zum Teil sehr giftig sein. Die farblosen Goldcyanide und die zitronengelbe Tetrachloridogoldsäure zählen dazu.
Gold als Dekoration und Schmuck
Anwendung findet Gold in der Schmuckindustrie, die es zu Ringen, Ketten, Armbändern und anderem Schmuck verarbeitet. Der Edelmetallgehalt wird durch die Repunze beglaubigt.
Einige Orden sind aus Gold gefertigt (z. B. Kutusoworden).
Goldfolie, auch Blattgold genannt, wird seit der Antike verwendet. Hergestellt aus hochgoldhaltigen Legierungen, wird es dünner als die Wellenlänge des sichtbaren Lichtes gewalzt und geschlagen. Im Auflicht glänzt es goldgelb, im Gegenlicht scheint grünlich-blau die Lichtquelle durch und bildet auch das Schlagmuster des Metalls ab, weshalb es auch meistens auf einer entsprechend präparierten Unterlage aufgetragen wird. Verwendet wird es, um nichtmetallischen Gegenständen, wie Bilderrahmen, Büchern (Goldschnitt), Mobiliar, Figuren, Architekturelementen, Stuck, Ikonen etc., das Aussehen von echtem Gold zu geben. Mit 1 Gramm Blattgold kann man einen halben Quadratmeter Fläche überziehen.
Im Speisenbereich dient es in Form von Blattgold und Blattgoldflocken als Lebensmittelzusatzstoff E 175 zum Vergolden von Speisen, zum Beispiel für Überzüge von Süßwaren und zur Verzierung von Pralinen, und in Getränken, zum Beispiel Goldwasser. Metallisches Gold gilt als ungiftig, reichert sich im Körper nicht an und wird für gewöhnlich mit dem Rest der verdauten Nahrung wieder ausgeschieden.
Dekorativ findet Gold vielfältige Anwendungen, zum Beispiel in galvanischen Beschichtungen von Metallen und Kunststoffen. Auf Porzellanglasuren, Zahnersatzkeramiken und Glas lassen sich Goldpigmente einbrennen. Historisch war die Feuervergoldung von Metallen mit Hilfe der Gold-Quecksilber-Legierungen, sogenannter Amalgame, nachweislich schon in der Antike die einzig brauchbare Methode, um dauerhafte Vergoldungen auf Silber, Bronze oder unedlen Metallen herzustellen. Mit der Entwicklung galvanischer Vergoldungsbäder im späten 19. Jahrhundert und 20. Jahrhundert wurde dieser Bereich in den Möglichkeiten qualitativ erweitert und ersetzt.
Goldpigmente wurden historisch in der Glasherstellung seit dem 16. Jahrhundert eingesetzt (Goldrubinglas), werden allerdings heute weitgehend durch preiswertere Verfahren ersetzt.
Goldlegierungen
Allgemeines
Klassische Goldlegierungen für Schmuck gehören dem Dreistoffsystem Gold-Silber-Kupfer an. Ein Grund dafür ist, dass diese Metalle auch natürlich miteinander vorkommen und es bis ins 19. Jahrhundert in Europa verboten war, Gold mit anderen Metallen als Kupfer und Silber zu legieren. Das Farbspektrum derartiger Goldlegierungen reicht von sattgelb über hellgrün und lachsrosa bis hin zu silberweiß. Diese Legierungen sind leicht herstellbar und gut zu verarbeiten. Je nach Anforderung werden durch Zusatz weiterer Metalle die Legierungseigenschaften wie erwünscht beeinflusst. So senken beispielsweise kleinere Zusätze von Zink, Indium, Zinn, Cadmium oder Gallium die Schmelztemperaturen und die Oberflächenspannung der Metallschmelze bei nur geringfügiger Änderung der Farbe der Legierung. Dies ist eine Eigenschaft, die der Verwendung als Lotlegierungen für andere Goldwerkstoffe entgegenkommt. Andere Zusätze wie Platin, Nickel oder höhere Kupferanteile erhöhen beträchtlich die Härte der Metallmischung, verändern aber andererseits die schöne Farbigkeit des Goldes negativ. Zusätze wie Blei (bleihaltiges Lötzinn), Bismut und viele Leichtmetalle machen Goldlegierungen spröde, so dass diese nicht mehr verformbar sind.
Doch nicht nur die Art, sondern auch die Menge der zugesetzten Metalle verändert die Goldlegierungen in gewünschter Weise. Ist z. B. eine schöne satte Eigenfarbe erwünscht, so wird man sich im Bereich der sehr edlen Goldlegierungen mit mindestens dreiviertel Massenteilen Gold bewegen. Höchste Festigkeit und Härte werden andererseits bei den eher blasseren Goldlegierungen mit einem Feingehalt um 585 erreicht, weshalb dieses empirisch gefundene Legierungsverhältnis seit langem verwendet wurde. Legierungen mit einem deutlich geringeren Feingehalt als diese sind hingegen aufgrund der unedlen Beimischungen durch langfristige Korrosionseffekte bedroht.
Weiterhin ist zu unterscheiden, ob die Legierungen als Gussmaterial verarbeitet werden sollen oder wie herkömmlich als Knetlegierungen, also schmiedbar, zur Kaltverformung geeignet sein müssen. Erstere beinhalten z. B. Kornfeinungszusätze im Zehntelpromillebereich, die beim langsamen Erstarren der Schmelze in der Gussform das Kristallwachstum günstig beeinflussen, Zusätze von etwas Silicium unterdrücken die Oberflächenoxidation beim Erhitzen in der Luft, verschlechtern aber die Kaltbearbeitungsfähigkeit und Lötbarkeit.
Legieren bedeutet in diesem Zusammenhang letztendlich immer ein „Verdünnen“ des reinen Goldes, man „verdünnt“ aber auch seine geschätzten Eigenschaften wie Farbe, Korrosionsfestigkeit, Preis, Dichte, gewinnt andererseits z. B. mechanische Festigkeit und Polierfähigkeit hinzu.
Feingehalt der Goldlegierungen
Wie auch bei anderen als Werkstoff genutzten Metallen bezeichnet der Begriff „Gold“ in der Alltagssprache nicht unbedingt das reine chemische Element, sondern auch dessen Legierungen.
In Deutschland darf nach der Einführung des Dezimalsystems und der Reichsgründung im 19. Jahrhundert Schmuck und Gerät in jedem Goldfeingehalt legiert und angeboten werden.
Die Stempelung, auch Punzierung genannt, ist fakultativ. Wenn sie aber durchgeführt wird, hat sich der „In-Verkehr-bringende“ an die gesetzlichen Vorschriften zu halten.
Die in Deutschland geltende rechtliche Grundlage ist (Stand Januar 2007) das „Gesetz über den Feingehalt der Gold und Silberwaren“ vom 16. Juli 1884 (gültig seit 1888). Eine bislang nicht verabschiedete Richtlinie der Europäischen Union zur europaweiten Vereinheitlichung der Regelungen wurde auch in Deutschland noch nicht umgesetzt.
Der exakte Feingehalt von Edelmetallen kann nur im Labor festgestellt werden. Im Alltag behelfen sich Goldschmiede, Münzsammler etc. zur annähernden Bestimmung des Feingehaltes darum mit der Strichprobe.
In den meisten anderen Staaten bürgt eine gesetzlich beauftragte Institution im Sinne des Verbraucherschutzes über den korrekten Feingehalt und dessen Kennzeichnung.
Handelsbrauch
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Karat
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Gewichtspromille Gold in der Legierung
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im Handel als
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Atom % ca.
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24 kt
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999
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Feingold 999
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100
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22 kt
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916 2/3
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Gold 916
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83
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20 kt
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833 1/3
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Gold 833
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68
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18 kt
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750
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Gold 750
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50
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14 kt
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583 1/3
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Gold 585
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38
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10 kt
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416 2/3
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Gold 417
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23
|
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9 kt
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375
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Gold 375
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20
|
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8 kt
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333 1/3
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Gold 333
|
18
|
Hochwertiger Schmuck wird international üblicherweise aus Goldlegierungen mit einem Feingehalt von 750 oder höher angefertigt. Regionale und kulturelle Unterschiede beeinflussen auch dessen Wertigkeit. So ist zu beobachten, dass auf dem amerikanischen Kontinent die Legierungen mit 585 ‰ Goldanteil dominieren, während im Nahen Osten sattgelber Goldschmuck ab Feingehalte von ca. 20 bis 22 kt (833–916 ‰) aufwärts besonders geschätzt wird. Beispiele hierfür sind in Ägypten, der Türkei und den Ölstaaten am Golf von Persien zu sehen. In Südostasien und im chinesisch, thailändisch und malaiisch beeinflussten Kulturkreis geht dies traditionell sogar bis hin zum Schmuck aus reinem Feingold, der in der dortigen Kultur als besonders hochwertig betrachtet wird. Weltweit gesehen wird auch eine Vorliebe der Menschen für sattere Goldfarben sichtbar, je weiter man die Breitengrade südwärts bereist. Das positive subjektive Erleben von Lichtintensität und Farbe in deren tropischer Umgebung, gepaart mit guter Schweißbeständigkeit, können die blassen niedriggehaltigen Goldlegierungen des Nordens konzeptionell nicht erfüllen.
Als Gold 333 wird eine Legierung gepunzt, sofern der Goldanteil einem Drittel am Gesamtgewicht entspricht, in der Werbung oft auch suggestiv z. B. als „echt Gold 333“ dargestellt. In der Schweiz beispielsweise gilt sogar die 375er Schmuckgoldlegierung nicht als Gold, allenfalls als Imitation „GAM = Garantiemetall“, und darf nicht als Goldschmuck verkauft werden. In anderen Ländern sind Schmuckgoldlegierungen ab einem Goldanteil von 37,5 % (Gold 375) bzw. 58,5 % (Gold 585) zulässig.
Die historisch gewachsene Bezeichnung von Karat für Goldlegierungen leitet sich aus dem alten 12-System ab, was halbiert die 24-er-Teilung ergibt (siehe Liste mit detaillierten Angaben). Abgekürzt wird diese alte Feingehaltsangabe „Karat“ mit „kt“. Dies im Gegensatz zur ebenfalls als Karat (200 mg) bezeichneten Gewichtseinheit für Edelsteine, die zur Unterscheidung international mit „ct“ bezeichnet wird.
Der Anteil anderer Edelmetalle (Silber, Palladium, Platin, Rhodium, Iridium u. a.) wird bei der Stempelung nicht berücksichtigt.
Edelmetallanteile und Korrosionsfestigkeit
Die gebrauchsfreundlichen Eigenschaften, das „Edle“ der Goldlegierungen, wird durch das Verhältnis von Edelmetallatomen zur Gesamtanzahl der Atome in der Legierung bestimmt. Deren Eigenschaften wie Korrosionsfestigkeit, Farbwirkung oder intermetallische Bindung werden durch dieses Stückzahlenverhältnis festgelegt. Die Stoffmenge, das Mol und die Stöchiometrie weisen darauf. Der Gewichtsanteil bestimmt nur indirekt die Eigenschaften und ist darüber hinaus sehr von den verwendeten Zusatzmetallen abhängig.
Gold mit der Atommasse 197 und Kupferatome mit der Massenzahl 63 (nur rund ein Drittel) bilden z. B. eine Legierung mit dem Atomverhältnis 1:1. Dieses Legierungsbeispiel zeigt ein Gewichtanteil von 756 Teilen Feingold und suggeriert über das Gewicht einen hohen Edelmetallgehalt. Genau betrachtet jedoch beträgt dieser über den Anteil der Goldatome (die Stückzahl) nur 50 %. Empirisch wird jedoch eine Legierung unter 50 % Atomprozent Gold von Säuren angreifbar. Je kleiner die Atommassen der Legierungszusätze, desto drastischer fällt dieser Effekt aus.
So betrachtet sind bei den üblicherweise verwendeten 750er-Goldlegierungen bereits nur ca. die Hälfte der Legierungsatome Gold. Extremes Beispiel ist eine 333er-Goldlegierung, hier kommen nur 2 Goldatome auf 9 Zusatzatome. Dies erklärt auch die sehr unedlen Eigenschaften dieses Materials, wie hohe Anlaufneigung, Korrosionsverhalten und geringe Farbtiefe. Viele Goldschmiede und Länder, wie z. B. die Schweiz, lehnen es ab, diese Legierung noch als „Gold“ aufzufassen.
Farbgoldlegierungen
Rotgold
Rotgold ist eine Goldlegierung, bestehend aus Feingold, Kupfer und gegebenenfalls etwas Silber, um die mechanische Verarbeitbarkeit zu verbessern. Der relativ hohe Kupferanteil, der deutlich über dem des Silbers liegt, ist für die namensgebende „rote“ Färbung und Härte des Materials verantwortlich. Der Farbton ist kupferähnlich.
Regional sind bestimmte Goldfarbtönungen beliebt; so akzeptiert der Osten und Süden Europas doch eher die dunkleren und farbstarken rötlicheren Goldlegierungen. Umgangssprachlich wurde Rotgold in der DDR auch als Russengold bezeichnet; teilweise ist in Süddeutschland auch heute noch der Begriff Türkengold gebräuchlich.
Anmerkung zum „Russengold“: Dieses Gold hat den ungebräuchlichen Feingehalt von 583 und ist daran sehr gut zu erkennen. Die Färbung ist auch etwas heller als bei heutigem Rotgold.
Gelbgold
Dabei handelt es sich um eine dem Feingold ähnelnde gelbe Goldlegierung aus Feingold mit Silber und Kupfer. Das Verhältnis beeinflusst die Farbe. Mit abnehmendem Goldgehalt reduziert sich auch die Tiefe des Gelbtons sehr schnell. Üblicherweise ist das Verhältnis der dem Gold zugesetzten Metalle untereinander ca. 1:1; die Tönungen und Farbintensität können stufenlos und beliebig gewählt werden. Die Farbe reicht von hellgelb mit deutlichem Silberanteil bis zu gelborange mit dem umgekehrten Verhältnis zum Kupferzusatz. Gelbgold ist durch ihren hohen Erkennungswert weltweit mit Abstand die beliebteste Goldfarbe.
Grüngold
Grüngold ist eine grünlichgelbe Goldlegierung ohne Kupferzusatz. Die Farbe entsteht durch Annäherung an das Atomverhältnis Gold:Silber 1:1, was im optimalen Fall einem Goldanteil von 646 entspricht, bei dem der deutlichste Grünton auftritt. Da in diesem Falle der Silberanteil schon über 40 % beträgt, ist der Farbton relativ hell. Bis zu einem Drittel des Silbers lässt sich durch Cadmium ersetzen, was den Grünton intensiviert, die günstigen Anlaufeigenschaften und die Schmelztemperatur allerdings reduziert. Die Legierungen sind sehr weich und wenig farbstark. Grüngold wird selten verwendet, üblicherweise z. B. zur Darstellung von Laubblättern oder ähnlichem.
Weißgold und Graugold
Diese fast farblosen Werkstoffe wurden in den Jahren 1912/13 als kostengünstiger und punzierfähiger Platinersatz für Schmuckzwecke in Pforzheim entwickelt und werbewirksam als Weißgold eingeführt. Im frankophonen Sprachraum sind diese Werkstoffe treffender als „or gris“, Graugold bekannt. Ziel war ein gut zu verarbeitendes, anlaufbeständiges Material, in dem farblose Brillanten hervorragend ihre Wirkung zeigen konnten. Bis dato war man auf Silber, das leider nachdunkelt, oder eben Platin und das etwas dunklere und leichtere Palladium angewiesen. Folgerichtig existieren auch vor dieser Zeit keine Schmuckstücke mit Weißgold.
Weißgold als Sammelbegriff bezeichnet Goldlegierungen, die durch Beimischung deutlich entfärbender Zusatzmetalle eine weiß-blassgetönte Goldlegierung ergeben. Als Legierungszusätze werden hauptsächlich das Platinnebenmetall Palladium, (früher sehr häufig) Nickel oder bei niedrigen Goldgehalten Silber verwendet. Die Entfärbung des von Natur aus gelben Goldes tritt kontinuierlich ein und setzt eine gewisse Menge des entfärbenden Zusatzes voraus; der Rest, der dann noch bis zum berechneten Gesamtvolumen fehlt, wird oft aus Kupfer/Silber gestellt.
Viele Metalle bilden mit Gold „weiße“ Legierungen, so Amalgam (Legierung mit Quecksilber), Eisen, das sogar rostet, dann auch Platin, das eine schwere, teurere und sehr gut aushärtbare Legierung mit Gold bildet. Die in präkolumbischer Zeit in Südamerika hergestellten Platinobjekte bestehen aus diesem weißlich-beige und schmutzig-grau aussehenden Material.
Nickelhaltiges Weißgold (eine Gold-Kupfer-Nickel-Zink-Legierung mit variablen 10–13 % Nickelanteil) kann auch als durch den Nickelzusatz entfärbte Rotgoldlegierung aufgefasst werden; demzufolge ist es auch relativ hart und kann bis zur äFederhrte gewalzt, gezogen oder geschmiedet werden. Die hohe Grundfestigkeit ermöglicht beispielsweise geringere Wandstärken bei gleicher Stabilität. Weitere Eigenschaften wie hervorragende Zerspanbarkeit und Polierbarkeit sind von großem Vorteil. Dazu kommen noch der niedrige Schmelzpunkt und günstigere Preis, der wiederum daraus resultiert, dass keine weiteren Edelmetalle im Zusatz enthalten sind und die Dichte geringer ist als beim palladiumlegierten Pendant. Für mechanisch beanspruchte Teile wie Broschierungen, Nadeln, Scharniere und Verbindungsteile wird dieses Material von den Schmuckherstellern und Juwelieren aufgrund der Festigkeit sehr geschätzt. Nickelweißgold ist die Basis von weißgoldenen Lotlegierungen. Da jedoch der Nickelanteil auf der Haut allergische Reaktionen hervorrufen kann, wird es mittlerweile in fast allen modernen Schmucklegierungen weitestgehend vermieden.
Die edlere Alternative ist palladiumhaltiges Weißgold, eigentlich treffender als Graugold zu bezeichnen. Es ist vergleichsweise weich, wobei es unterschiedliche Rezepturen von harten bis weichen Legierungen gibt. Es handelt sich um Mehrstofflegierungen mit bis zu sechs Komponenten. Der Grundfarbton der palladiumbasierten Goldmischungen ist allgemein dunkler, eben „grauer“ als der des nickelbasierten Weißgoldes. Der Palladiumzusatz mit ca. 13–16 % muss höher als beim Nickelweißgold gewählt werden, um die Gesamtmischung vergleichbar zu entfärben. Üblicherweise werden diese Weiß-/Graugoldlegierungen meistens nach der Bearbeitung sowieso rhodiniert. Daher ist es weniger wichtig, dass die Legierung so ganz farbrein weiß oder hellgrau erscheint, und man spart bewusst am Palladiumzusatz, der doch sehr den Preis auftreibt und zudem die Mischung nachteilig auch dunkler färbt. Nativ sehen diese Werkstoffe demzufolge oft leicht beige aus. Der Vergleich mit Platin oder Silber ist augenfällig. Die Verarbeitungseigenschaften, wie Zerspanbarkeit, welche bei maschinellem Drehen beispielsweise von Trauringen gefordert ist, stellen andere Anforderungen an die Werkzeuge. Die Gießeigenschaften (höherer Schmelzpunkt und höhere Oberflächenspannung der Schmelze) unterscheiden sich auch vom nickelbasierten Pendant. Eine strukturelle Zähigkeit der Legierungen erhöht z. B. den Aufwand der Hochglanzpolitur in ungewohnter Weise. Nachteilig ist der erhöhte Preis durch den nicht unbeträchtlichen Palladiumanteil und die höhere Dichte des Materials. Positiv zeigen die Legierungen ihren hohen Anteil an Edelmetallen (Gold-Palladium-Silber) in deren Eigenschaften. Ein Schmuckstück in Palladiumweißgold ist derzeit (Januar 2007) ca. 20 % teuer als das vergleichbare aus Gelbgold bei gleichem Feingehalt.
Anbieter von Goldlegierungen entwickeln immer wieder neuartige Werkstoffe. So gibt es Weißgoldlegierungen mit Cobalt, Chrom, Mangan-Germanium, und anderen Metallen. Verarbeitungsprobleme, Preisentwicklungen oder mangelnde Akzeptanz der Kunden führen aber auch dazu, dass solche neuen Goldlegierungen wieder vom Markt verschwinden.
Da sich „weißes“ Gold nicht elektrochemisch abscheiden lässt, werden Schmuckerzeugnisse aus Weißgold in der Regel auf galvanischem Wege rhodiniert. Dieser Überzug mit Rhodium, einem Platin-Nebenmetall, bewirkt eine Farbverbesserung hin zu einem reinen, silberartigen Weiß, sowie einer verbesserten Kratzfestigkeit gegenüber der unbeschichteten Metalloberfläche aus reinem Weißgold. Dieser Rhodiumüberzug muss nicht explizit angegeben werden. Durch Abtragen dieses Überzuges kommt das eigentliche Weiß- oder Graugold wieder zum Vorschein, was z. B. bei Trauringen oft zu optischen Beeinträchtigungen führt.
Titan-Gold-Legierung
Eine aushärtbare Titan-Gold-Legierung mit 99 % Gold und 1 % Titan wird in der Trauringherstellung und Medizintechnik eingesetzt. Der hohe Edelmetallanteil in Verbindung mit hoher Festigkeit machen den Werkstoff interessant. Die gelbe Farbe ist vergleichbar mit der von 750 Gelbgold, jedoch „grauer“. Durch den Titanzusatz ist die Legierung beim Schmelzen sehr empfindlich und reagiert mit Sauerstoff und Stickstoff.
Die Bezeichnung Gold
Mit Gold, welches für wertvoll und kostbar steht, bezeichnet man auch andere wertvolle Sachen. Meist wird ein Adjektiv davor gesetzt, wie zum Beispiel „Schwarzes Gold“ für Öl. Wörter und Redewendungen, in denen Gold vorkommt, sind zudem in ihrer Bedeutung meist positiv oder euphemistisch besetzt.
Beispiele:
· Schwarzes Gold – Öl, Kohle, Reifen (Rennsport), Kaviar, ōShakudo, Kaffee, Sklaven, üTrffel
· ßWeies Gold – Marmor, Speisesalz, Kokain, Baumwolle, Porzellan, Elfenbein, Spargel
· Blaues Gold – Trinkwasser (bes. in armen Gebieten)
· Rotes Gold – Wein
· Grünes Gold – Zuckerrohr
· Flüssiges Gold – Honig, Whisky, Bier (Brauerei Gold Ochsen, Ulm)
· Gold des Meeres (Meeresgold) – Korallen
· Gold des Nordens – Bernstein
· Ackergold – Kartoffel
· Katzengold oder Narrengold – Pyrit
· Trompetengold - scherzhafte Bezeichnung für Messing
· Nasengold – Kokain, Nasensekret (Popel)
· Hüftgold – kalorienreiche Nahrungsmittel bzw. Fettpolster am Körper
· Betongold – Immobilien
· goldrichtig – absolut richtig
· sich eine goldene Nase verdienen – bei Geschäften finanziell sehr erfolgreich sein
· Goldener Oktober – milde, sonnige Wetterperiode im Oktober eines Jahres, so genannt wegen des goldgelb gefärbten Laubes.
· Herz aus (purem) Gold – Wesenszug, der durch Fürsorglichkeit, Mitmenschlichkeit und Aufopferung gekennzeichnet ist.
· goldene Hände haben - handwerklich besonders begabt sein
Allerdings gibt es zu diesen positiv besetzten Ausdrücken auch Gegenbeispiele, so sind z. B. goldene Wasserhähne nicht nur Zeichen von großem Luxus, sondern auch Sinnbild für Dekadenz.
Schrottsammler bezeichnen Kupfer mit „Gold“, da sie unter den gängigen Metallen für Kupfer den höchsten Preis erzielen.
Goldimitate
Vor allem aufgrund des hohen Preises von Gold hat man Legierungen aus unedlen Metallen entwickelt, die als Goldersatz benutzt werden oder als Unterlage bei der Herstellung von éDoubl Verwendung finden.[13]
Dies sind in den meisten Fällen ungenormte Kupferlegierungen mit den verschiedensten Zusätzen.
Besteht eine solche Legierung aus mindestens 50 % Kupferanteil, manchmal auch geringfügig darunter liegend, kombiniert mit Zink als Hauptlegierungsanteil (bis über 44 %), so bezeichnet man sie als Messing. Manchmal ist hier bis zu 3 % Blei enthalten, um die Zerspanbarkeit des nicht leicht zu verarbeitenden Messings zu erhöhen. Dies ist wichtig, wenn man es drehen, sägen, bohren oder gravieren will. Steigt der Kupferanteil des Messings auf über 67 %, so nennt man es Tombak. Von Sondermessing spricht man, wenn kleine Mengen von Aluminium, Eisen, Mangan, Nickel, Silicium, Zinn oder in seltenen Fällen auch Gold hinzulegiert sind.
Doch auch aus Edelmetallen werden Legierungen hergestellt, die wie Gold erscheinen können, ohne dass Gold in ihnen enthalten ist. Bei manchen Legierungen wird jedoch auch Gold selbst in geringen Anteilen hinzugegeben.
Handelsübliche Benennungen
Namen von Goldimitaten und goldähnlich aussehenden Legierungen sowie ihre jeweilige Zusammensetzung:
· Blattgold, unechtes – Eine Tombak-Legierung mit goldähnlichem Farbton und von hoher Dehnbarkeit. Die Zusammensetzung besteht aus ca. 75–85 % Kupfer, legiert mit Zink.
· Coopersches Gold – Eine goldgelbe Platinlegierung, bestehend aus 80 % Platin und 20 % Kupfer.
· Cupror – Diese Legierung ist benannt nach dem lateinischen Wort für Kupfer, cuprum, und dem französischen Wort für Gold, or. Es handelt sich um eine Aluminium-Bronze aus Kupfer mit einem Zusatz von 5,8 % Aluminium. Die Farbe der Legierung ähnelt sehr der von Gold.
· Dixigold – Dies ist eine Aluminiumbronze aus 10 % Aluminium und 90 % Kupfer. Sie ist sehr hart und säurefest.
· Nordisches Gold – Eine unmagnetische Legierung von guter Goldfarbe aus 89 % Kupfer, 5 % Aluminium, 5 % Zink und 1 % Zinn. Diese Legierung wird zur Herstellung von Euromünzen mit den Nominalen 50, 20 und 10 Eurocent verwendet und war bereits vorher in einigen Ländern als Münzlegierung in Gebrauch.
· Französisches Gold – Hier handelt es sich um Rottombak aus 10–15 % Zink, der Rest ist Kupfer. Es wird auch der Name Oreïde dafür benutzt, abgeleitet von dem französischen Wort für Gold, or. Diese Legierung wird für Gürtlerwaren oder seltener auch für Bestecke benutzt.
· Goldbronze – Hiermit werden zwei verschiedene Legierungen bezeichnet. 1. Eine Rotgusslegierung von goldgelber Farbe, die aus 90,5 % Kupfer mit einem Zusatz von 6,5 % Zinn und 3 % Zink besteht. 2. Eine echtes Gold enthaltende Aluminiumbronze, bestehend aus 3–8 % Aluminium, 2 % Gold und 90–95 % Kupfer.
· Goldeloxal - goldfarbenes, elektrisch oxidiertes Aluminium z. B. für Modeschmuck, siehe Eloxal.
· Goldimitation – Dies ist eine goldfarbene Aluminiumbronze aus 2 % Aluminium, 0,2 % echtem Gold und 97,8 % Kupfer. Für diese Legierung erhielten Paul Lazard und Louis Emmanuel Daniel aus Paris im Jahre 1889 ein deutsches Patent mit der Nummer 47380.
· Goldkupfer – Eine Rotgusslegierung aus 3 % Zink, 6,5 % Zinn und 90,5 % Kupfer.
· Goldschaummetall – Diese Tombaklegierung besitzt eine besonders hohe Dehnbarkeit und wird darum zur Herstellung unechten Blattgoldes verwendet. Sie besteht aus 15,5–22,2 % Zink; der Rest ist Kupfer.
· Goldtombak – Dieser Tombak enthält 15 % Zink. Der Rest ist wiederum Kupfer. Man nennt diese Legierung auch Mitteltombak.
· Mannheimer Gold – Hiermit wird ein Rotguss aus 9,3 % Zink, 7 % Zinn und einer dem Rest entsprechenden Menge Kupfer benannt. Eine geschützte Warenbezeichnung für die gleiche Legierungszusammensetzung ist Similor.
· Mosaikgold – Hier handelt es sich ausnahmsweise nicht um eine spezielle Legierung. Mosaikgold ist eine geschützte Warenbezeichnung für aus verschiedenfarbigen (Echt-)Gold-Legierungen zusammengesetztes Halbzeug zur Schmuckherstellung. Halbzeug sind bereits teilweise vorverarbeitete Materialien; in diesem Fall handelt es sich um Bleche und Bänder. Fälschlich wird dieser Begriff jedoch manchmal auch als Ersatzname für die ähnlich klingende geschützte Warenbezeichnung Mosaisches Gold (siehe folgender Punkt) verwendet, darum ist er hier mit aufgeführt.
· Mosaisches Gold – Dies ist eine geschützte Warenbezeichnung für goldgelbe Messing- und Tombak-Legierungen aus 25–37 % Zink und entsprechender Restmenge Kupfer.
· Muschelgold – Eine Messinglegierung bestehend aus 53,5 % Zink und 46,5 % Kupfer. Es ist sehr spröde. Man verwendet es zur Herstellung von Knöpfen.
· Nürnberger Gold – Auch hier ist wie bei der Goldimitation und der Goldbronze echtes Gold enthalten. Es handelt sich um eine Aluminiumlegierung von ca. 7–8 % Aluminium, 2–3 % Gold und 90 % Kupfer.
· Oreïde – Die auch unter dem Namen Französisches Gold bekannte Legierung erhielt ihren Namen aus einer Ableitung des französischen Wortes für Gold, or. Es ist eine goldfarbene Tombaklegierung aus 10–15 % Zink. Der Rest besteht aus Kupfer. Diese Legierung wird für Gürtlerwaren oder seltener auch für Bestecke benutzt.
· Pariser Talmigold – Dieses Sondermessing enthält ebenfalls echtes Gold. Die Legierung besteht aus Kupfer mit einem Zusatz von 8,9 % Zink und 0,9 % Gold. Es besitzt eine goldgelbe Farbe und eine gute Dehnbarkeit. Darum benutzt man es für Schmuck- und Korpuswaren, die anschließend vergoldet werden. Es wurde benannt nach dem Pariser Fabrikanten Tallios, der 1840 eine Kupferlegierung bestehend aus 87 % Kupfer, 12 % Zink und 1 % Zinn auf den Markt brachte, die mit einer aufgewalzten oder galvanisch aufgebrachten Goldschicht plattiert war. Gehandelt wurde es als Tallios-mi-or, zusammengesetzt aus seinem Namen und dem französischen Begriff mi-or für Halbgold. Hieraus wurde das spätere Talmigold und seine abgewandelte Benennung.
· Prinzessmetall – Eine andere Schreibweise hierfür ist Princesmetall. Es ist eine goldgelbe Messinglegierung aus 66,7 % Kupfer und 33,3 % Zink.
· Rauschgold – Hierfür wird auch der Begriff Rauschmessing benutzt. Es handelt sich um dünne Messingfolien mit einer Stärke von 10 bis 30 nm. Diese Folien „rauschen“, wenn man sie berührt.
· Schaumgold – Siehe Goldschaummetall.
· Similor – Dies ist eine geschützte Warenbezeichnung, die ihren Namen aus der Kombination des lateinischen Wortes similis für ähnlich und dem französischen Wort für Gold, or erhalten hat. Es handelt sich um einen Rotguss aus 9,3 % Zink, 7 % Zinn und einer dem Rest entsprechenden Menge Kupfer. Diese Legierung bezeichnet man auch als Mannheimer Gold.
· Talmigold – Siehe Pariser Talmigold.
· Yellow Metal – Dies ist eine für Kunstschmiedearbeiten verwendete Messinglegierung aus 60 % Kupfer und 40 % Zink.
Verbindungen
Gold kommt in seinen Verbindungen hauptsächlich in den Oxidationstufen +1 und +3 vor. Daneben kennt man auch −-1-, +2- und +5-wertiges Gold. Goldverbindungen sind jedoch sehr instabil und zersetzen sich bei Erwärmung leicht unter Entstehung von elementarem Gold.
· Gold(III)-oxid (Au2O3) ist aufgrund des edlen Charakters des Elements nicht durch Verbrennung mit Sauerstoff zugänglich. Stattdessen geht man von in äwssriger öLsung stabilem Trichlorogold-Hydrat (AuCl3(H2O)) (als Säure eigentlich mit Hydrogentrichlorohydroxidoaurat(III) H[AuCl3(OH)] zu bezeichnen) aus, das, mit Lauge versetzt, als Gold(III)-hydroxid ausfällt. Beim Trocknen spaltet dieses Wasser ab und ergibt Gold(III)-oxid. Oberhalb von 160 °C zerfällt das Oxid wieder in die Elemente.
· Gold(III)-chlorid (AuCl3) entsteht beim behandeln von Goldstaub mit Chlor bei ca. 250 °C[14] oder aus HAuCl4 und SOCl2. Es bildet dunkelorangerote Nadeln, die in Wasser, Alkohol und Ether löslich sind. Wasser zersetzt AuCl3 zu Hydroxotrichlorogold(III)-säure, H[Au(OH)Cl3].
· äTetrachloridogoldsure, H[AuCl4] Das Tetrahydrat bildet zitronengelbe, lange, an feuchter Luft zerfließliche Kristallnadeln, die sich in Wasser und Alkohol sehr leicht lösen; bei Lichteinwirkung treten violettbraune Flecken auf. HAuCl4 entsteht, wenn man die braunrote Gold(III)-chlorid-Lösung mit Salzsäure versetzt oder Gold in Königswasser löst und mit Salzsäure eindampft. Es wird in der Medizin als Ätzmittel sowie in der Photographie (Goldtonbäder) und in der Galvanotechnik (Vergoldung) verwendet. Das Goldchlorid des Handels ist meist HAuCl4, das gelbe „Goldsalz“ dagegen Natriumgoldchlorid, Na(AuCl4) · 2 H2O.
· Gold(I)-sulfid und Gold(III)-sulfid
· Goldcyanide, Natrium- bzw. Kaliumdicyanoaurat(I), (Na- bzw. K[Au(CN)2]), die beim Vergolden und in der Cyanid-Laugerei eine Rolle spielen. Man gewinnt sie durch Auflösen von Gold in einer Kalium- bzw. Natriumcyanidlösung:
· Eine ähnliche Reaktion tritt auf, wenn Gold in einer Thioharnstoff Lösung gelöst wird. Beispiel anhand der Abwasseraufbereitung:
· Caesiumaurid ist ein Beispiel für Gold als Anion mit der formalen Oxidationsstufe −-1: CsAu = Cs+Au−-
· In der Biologie verwendet man Gold-thioglucose, um bei Nagetieren experimentell Fettleibigkeit auszulösen
Nanopartikel
Nanoskopisch vorliegende metallische Goldpartikel, also solche mit einer Größe im Nanometer-Maßstab, sind in jüngster Zeit Schwerpunkt intensiver Forschung geworden, weil ihre Verwendung als heterogene Katalysatoren in organisch-chemischen Reaktionen neue, öLsungsmittel-freie Verfahren zulässt. Dies ist Teil eines Prozesses der Umgestaltung der chemischen Produktionsweisen in Richtung einer ügrnen Chemie.
In diesem Zusammenhang wurde entdeckt, dass Gold-Nanopartikel sogar chirale Strukturen aufweisen können, ein für Festkörper bisher einzigartiges Verhalten.[15] Die Händigkeit dieser Partikel kann durch Austausch chiraler Liganden durch ihre Enantiomere gesteuert werden, bleibt jedoch erhalten, wenn in achiralem, oder racemischer Umgebung verfahren wird. [16]
Physiologisches
Gold und Goldverbindungen sind für Lebewesen nicht essentiell. Da Gold in Magensäure unlöslich ist, ist beim Verzehr (z. B. als Dekoration) von metallischem Gold keine Schwermetallvergiftung zu befürchten. Reichern sich hingegen Gold-Ionen, zum Beispiel bei übermäßiger Aufnahme von Goldsalzen, im Körper an, ist mit Symptomen einer Schwermetallvergiftung zu rechnen. Die meisten Pflanzenwurzeln werden durch Gabe (hoher Mengen) an Goldsalzen geschädigt.
Es gibt Menschen, die allergisch auf Gold reagieren. Diese Goldallergie ist allerdings extrem selten und noch nicht richtig erfasst.
Symbolik
In der Heraldik wird Gold, wegen seiner gelben Farbe, als Metall bezeichnet, das zu den heraldischen Tinkturen zählt.
Gold steht im Mittelpunkt des James-Bond-Filmes Goldfinger. So klingt im Namen des Schurken sowohl der Vorname Auric (abgeleitet vom lateinischen aurum für Gold) als auch der Familienname Goldfinger nach dem edlen Metall. Auch im Titel von „Der Mann mit dem goldenen Colt“ spielt das Gold eine Rolle.
In der Sprache der Azteken hieß Gold teocuitlatl, von teotl=Gott; cuitlatl=Ausscheidung.
Berufe
· Goldschmiede verarbeiten im allgemeinen Sinne auch Silber und andere Edelmetalle.
· Goldschläger stellen Blattgold her, Vergolder verarbeiten es. Daneben gibt es weitere Arten des Vergoldens.
Verschiedenes
· Das Archimedische Prinzip diente ursprünglich der Bestimmung des Goldgehalts.
· Dukatengold ist eine orangegelbe Goldlegierung mit den Feinheit von 986/1000.
· Statistische und geographische Daten zum Thema Gold finden sich unter Gold/Tabellen und Grafiken.
· Kolloidales Gold bezeichnet man Sole oder Gele aus winzigen Goldpartikeln, die sich dadurch tiefrot färbt.
· Kupellation ist ein Verfahren zur Abtrennung von Edelmetallen, wie Gold oder Silber, aus Legierungen mit unedleren Metallen.
· Goldstandard bezeichnet die Definition einer waehrungseinheit durch den Wert einer feststehenden Menge Feingold
· Goldelektrolyt
· In Thüringen gibt es das Goldmuseum Theuern.
Einzelnachweise
Harry H. Binder: Lexikon der chemischen Elemente, S. Hirzel Verlag 1999, ISBN 3-7776-0736-3
Eintrag zu Gold in der GESTIS-Stoffdatenbank des BGIA, abgerufen am 28.4.2008 (JavaScript erforderlich)
David R. Lide (ed.): CRC Handbook of Chemistry and Physics, 85. Auflage, CRC Press, Boca Raton, Florida, 2005. Section 14, Geophysics, Astronomy, and Acoustics; Abundance of Elements in the Earth's Crust and in the Sea.
Artikel "Sie suchten Beeren und fanden Gold". Märkische Oderzeitung 1. Februar 2008, S. 20
Euromax Ressources: Projects - Trun
Northland: Barsele Rapidly-Growing Gold Resource (Englisch)
Reichmannsdorf - das Golddorf
Goldbergwerk Hainzenberg
Edelmetalle - Gold (PDF, 197,1 KB, S. 4)
Ralf Hahn (1999): Gold aus dem Meer. Die Forschungen des Nobelpreisträgers Fritz Haber in den Jahren 1922–1927
Goldpreis 10 Jahre
Jochem Wolters: Der Gold- und Silberschmied. Band 1 – Werkstoffe und Materialien. 2., durchgesehene Auflage 1984. Stuttgart, Rühle-Diebener-Verlag. Kapitel 1.4.8 Kupfer und seine Legierungen.
Georg Brauer: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie Band II, Ferdinand Enke Verlag Stuttgart 1978, ISBN 3-432-87813-3
Jadzinsky et al. Science 2007, 318, 430
Gautier und Bürgi J. Am. Chem. Soc. 2008, 130, 7077.
Literatur
· (Heinrich-Barth-Gesellschaft), Gold und Keramik aus Afrika. Düsseldorf 1989 (mit Ill.)
· Harry H. Binder: Lexikon der chemischen Elemente - das Periodensystem in Fakten, Zahlen und Daten. Hirzel, Stuttgart 1999, ISBN 3-7776-0736-3
· Eoin H. Macdonald: Handbook of gold exploration and evaluation. Woodhead, Cambridge 2007, ISBN 978-1-84569-175-2
Quelle: wiki - Gold
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